Der Kuvasz

1. Wesen / Charakter Ungarische Hirtenhunde sind tapfer, furchtlos, instinktsicher, hochintelligent und denken und handeln selbststĂ€ndig. Sie gelten als Ă€ußerst treu, selbstbewusstund zuverlĂ€ssig. Kuvasz beschĂŒtzen die ihnen anvertrauten Herden, Gehöfte oder ihr Rudel unter dem Einsatz ihres Lebens. Sie brauchen viel  Bewegung und Auslauf. Sie sind Herdenschutzhunde und können selbstĂ€ndig agieren und Entscheidungen treffen. Dabei besitzen sie einen ausgesprochen natĂŒrlichen  Schutzinstinkt. FĂŒr erwiesene Liebe und FĂŒrsorge zeigt sich der Kuvasz  sehr dankbar. Eine schlechte Behandlung merkt er sich sehr genau und  kann sich dagegen wehren. Er kann nur liebevoll und dabei konsequent und mit viel Geduld erzogen werden. HĂ€rte und Gewalt wird er mit Aggression begegnen. Er hat einen ausgesprochenen Sinn fĂŒr Gerechtigkeit und ein empfindsames GemĂŒt. Fremden gegenĂŒber ist er erstmal zurĂŒckhaltend bis misstrauisch. Trotz dass er ein ausgeprĂ€gtes Selbstbewusstsein besitzt,  ist er sensibel und ein treues, angenehmes und ruhiges Familienmitglied. Besonders Kindern und anderen Hausgenossen (z.B. Katzen) gegenĂŒber gibt es keinen zĂ€rtlicheren und duldsameren Kameraden und BeschĂŒtzer. Seine hohe Reizschwelle und sein sprichwörtlicher sechster Sinn lassen ihn echte  Gefahren sicher erkennen und den erfahrenen Halter wissen. Diese  hervorragenden Eigenschaften werden durch eine liebevolle, artgerechte Haltung und verantwortungsvolle Zucht mit besonderem Augenmerk auf  Gesundheit und UrsprĂŒnglichkeit gefördert. Hierbei ist ein grosses  VerstĂ€ndnis fĂŒr eine verantwortungsvolle, gut sozialisierte, menschen-  und tierbezogene Aufzucht Voraussetzung. Ein guter Kuvasz-Halter bringt  kynologisches (Wissen um Hunde) Geschick und Durchsetzungsvermögen, zusammen mit viel Geduld und Liebe, mit.
„Erweist sich der Mensch als besonnen und  gewaltfrei, vertrauenswĂŒrdig, bestĂ€ndig, fĂŒrsorglich und  fĂŒhrungskompetent, dann zeigt sich die ungeheure SensibilitĂ€t,  herausragende FeinfĂŒhligkeit und AnhĂ€nglichkeit der HSH, ohne dass sie  dabei ihre EigenstĂ€ndigkeit aufgeben.“© August 2014,Mirjam Cordt -DOGForm

Rudel 070215 01

Eine gesellige Runde

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Die runden Geselligen

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Ein Kuvasz wird nur sehr langsam trocken

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Der Kuvasz ist ein Frischluftfanatiker

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2. Haltung und Pflege Der Kuvasz hat in der heutigen Zeit kaum noch die Möglichkeit seiner ursprĂŒnglichen TĂ€tigkeit, dem Bewachen von Viehherden nachzugehen. Da er sehr treu und kinderlieb ist, sollte schon bei der Anschaffung eines Kuvasz ĂŒber seine zukĂŒnftigen Aufgaben nachgedacht werden. Die ihm anvertrauten Dinge wird er ernsthaft und ohne sich ablenken zu lassen zuverlĂ€ssig beschĂŒtzen und bewachen. Sein GrundstĂŒck sollte eingezĂ€unt sein und ausreichend  beschildert. Er lebt sehr gern mit anderen Tieren wie Katzen, HĂŒhnern,  Enten usw. zusammen. Dabei machen ihm der Aufenthalt im Freien, Regen und KĂ€lte nichts aus. Eine Zwingerhaltung oder Haltung nur in einer Etagenwohnung in der Stadt ohne Auslauf ist ausgeschlossen. Am liebsten hĂ€lt er sich bei seinem Menschenrudel auf und kuschelt sehr gern mit den Kindern der Familie. Trotz seiner individuellen Persönlichkeit liebt er die  Gesellschaft von anderen Hunden und fĂŒhlt sich in einem kleinen Rudel besonders wohl. Seiner Erziehung erfordern Geduld, Ruhe, Liebe und Konsequenz. Er ist sehr gelehrig und eine einmal erlaubte Unart im Welpenalter ist spĂ€ter sehr schwer wieder abzugewöhnen. Der Kuvasz braucht viel Bewegung und regelmĂ€ĂŸige und ausgiebige SpaziergĂ€nge, die durchaus zĂŒgigen Schrittes bzw. als  Begleitung am Pferd sein können. Dabei sind Strecken bis zu 15 km, bei nicht zu großer Hitze, möglich. Er braucht einen ruhigen Schlafplatz zu dem er sich zurĂŒckziehen kann und  dort auch nicht gestört wird. Besonders liebt er ein PlĂ€tzchen, von dem aus er alles ĂŒberblicken und seinem natĂŒrlichen Drang des Bewachsens nachgehen kann.
In der ErnĂ€hrung ist der Kuvasz genĂŒgsam und man sollte auf seine schlanke, edle Linie achten. ÜberfĂŒtterung könnte sich ungĂŒnstig auf die Gelenke auswirken. Huhn, Rind, Lamm oder Pferdefleisch zusammen mit guten ölen werden von ihm gut angenommen. Gekochtes GemĂŒse und Reis unterstĂŒtzen seine ErnĂ€hrung. In der Wachstumsphase ist bei den Junghunden auf eine ausgewogene  ErnĂ€hrung ohne wachstumsfördernde Subtanzen zu achten. Dabei sollte die  Nahrung ca. 21-24 % Eiweiß und einen Kalzium / Phoshorgehalt von 1,3 zu 1 enthalten.
Ansonsten hat der Kuvasz langes, reichlich gewelltes Fell, welches nicht zu oft aber regelmĂ€ĂŸig gekĂ€mmt werden sollte. Mindestens zwei Mal im Jahr hat der Kuvasz einen Fellwechsel.  WĂ€hrend dieser Zeit empfiehlt es sich ihn tĂ€glich krĂ€ftig zu bĂŒrsten.  Nach dem Trocknen schĂŒttelt er den Schmutz aus dem Fell und ist wieder  sauber. Die Ohren mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig untersucht und gesĂ€ubert werden.  Wenn er frĂŒhzeitig daran gewöhnt wird, geht der Kuvasz gern ins Wasser.  Ihn zu baden ist aber nicht nötig.

Der Welpe liebt das Nagen.

3. Geschichte und Herkunft Der Name Kuvasz (Aussprache Kuwaß, wobei das a  wie o gesprochen wird) kommt aus dem tĂŒrkisch-asiatischen Raum und ist  abgeleitet von dem Wort Kawash oder Kawass. Das bedeutete soviel wie  BogenschĂŒtze oder WĂ€chter. Bei Ausgrabungen im alten Sumer  wurden Tontafeln gefunden, auf denen Ă€hnliche Hunde abgebildet sind. In Begleitung der Magyaren waren kuvaszĂ€hnliche Hunde schon zur Zeit der grossen Völkerwanderung, die mit dem Hunnen-Einfall in das Land der Ostgoten im Jahre 375 n. Christi begann. Der Kuvasz soll im 13.  Jahrhundert mit den Kumanen, einem Steppenvolk vom Kaspischen Meer, im  Magyarentum aufgetaucht sein. Aber es gibt auch eine Theorie dass er von den Molosserhunden der Römer abstammt, die aus der Provinz Pannonien, dem heutigen Ungarn, kamen. Es  gibt Aufzeichnungen aus der Zeit von König Matthias I. Corvius  (1458-1490), wonach der Kuvasz zu Wolf und BĂ€renjagden des Hofes  verwendet wurde. Eine enge Verwandtschaft zur Tibetdogge und damit zu den Molossern und dem Bronzehund ist durch moderne  Forschungsergebnisse bestĂ€tigt worden. Es steht fest das besonders die  Hirtenhunde uralte Rassen sind, die heute noch ihre ursprĂŒnglichen Wesensmerkmale, Instinkte und besonderen Sinne besitzen, die sich ĂŒber  die Jahrtausende im Zusammenleben mit den Hirten herausgebildet haben. Mit dem Aufkommen der Tierhaltung mit grossen Herden wurden diese unbestechlichen, extrem krĂ€ftigen, zĂ€hen, unerschĂŒtterlich mutigen,  gegen Krankheiten widerstandfĂ€higen und intelligenten Hirtenhunde fester Bestandteil bei der Bewachung des anvertrauten Viehs. Hierbei schĂ€tzen die Hirten besonders seine Beweglichkeit, Geschicklichkeit und EigenstĂ€ndigkeit, Mut, Intelligenz und nicht zuletzt sein witterungsbestĂ€ndiges dichtes Fell. Sowohl der Kaukasische Owtscharka oder der tĂŒrkische Akbas könnten gemeinsame Vorfahren mit dem Kuvasz haben. Von Bedeutung ist hier ein Knochenfund eines 1100 Jahre alten  kuvaszĂ€hnlichen Hundes in der Fenekpuszta, welcher im landwirtschaftlichen Museum in Budapest ausgestellt ist. Der Kuvasz ist  hervorragend an das Klima seiner Heimat Ungarn angepasst. Heiße Sommer und strenge Winter machen ihm dabei nichts aus. Durch sein weißes  Haarkleid konnten ihn die Hirten im Dunkeln gut sehen und vor Allem nicht mit dem Wolf verwechseln. Mit dem RĂŒckgang der Viehherden verlor der Kuvasz seine ursprĂŒnglichen  Aufgaben und wurde weiterhin oft fĂŒr das Bewachen von Höfen und Gehöften verwendet. Dies wurde ihm im 2. Weltkrieg fast zum VerhĂ€ngnis. Unerschrocken verteidigte er das ihm anvertraute Besitztum und musste  dafĂŒr oftmals sein Leben lassen. Nach 1945 war die Population auf sehr  wenige verwendbare Exemplare geschrumpft und musste von wahren  Idealisten wieder mĂŒhevoll regeneriert werden. Eine regelmĂ€ĂŸige Zucht  mit einem beschriebenen Standard begann in Ungarn 1905. Die heutige  Standardbeschreibung wurde 1996 herausgegeben. Die aktuelle Beschreibung der Rasse, eingetragen beim FCI, stammt aus dem Jahr 2000. Gleichzeitig  erfreute sich der Kuvasz seit den 30er Jahren wachsender Beliebtheit in den USA und in anderen LĂ€ndern. In Deutschland ist der „Klub fĂŒr Ungarische Hirtenhunde e.V.“ einer der Ă€ltesten eingetragenen  Zuchtvereine, in dem seit ĂŒber 90 Jahren diese schöne Rasse gezĂŒchtet  wird.

Monello und Rahan1
Rahan2
Rahan-rechts Maremmano Mix Monello
Monello+Rahan-Bad