Erinnerungen an Rico Garbini, Präsident des Kuvasz Club Schweiz

Noch gut mag ich mich an die erste Begegnung mit Rico erinnern. Es war der 1. September 1990, als wir uns anlässlich der Internationalen Hundeausstellung in Winterthur begegneten. Ohne Ausstellungserfahrung und weitgehend fehlender Ringdressur bemühten wir uns beide, unsere Nemes-Feher Hunde Oeszike und Pascha an der IHA Winterthur möglichst gut zu  präsentieren. Wir diskutierten über die Richterberichte und über Sinn und Zweck eines Rasseklubs, wobei der noch junge Kuvasz Club Schweiz im Mittelpunkt unseres Gespräches stand. Mitgliederwerbung stand schon damals hoch im Kurs.

Seine berufliche Tätigkeit führte ihn für einige Jahre nach Berlin, sodass sich unser Kontakt etwas verlor. Das sollte sich aber nach seiner Rückkehr in die Schweiz sehr schnell wieder ändern, war er doch bereit, sich für die Gestaltung unserer Clubnachrichten zur Verfügung zu stellen. So bekam ab 1997 unser Cluborgan durch seinen Einsatz ein professionelles Gesicht, was von den Mitgliedern sehr geschätzt wurde. Der Einsatz neuer Technologien war ihm ein Anliegen und so erstaunt es nicht, dass er für den KCS schon früh eine Webseite gestaltete.

Als Vizepräsident übernahm er im Vorstand ab 2002 weitere Aufgaben, wobei ihm Seminare und Workshops zugunsten unserer Mitglieder ein besonderes Anliegen war. Speziell in Erinnerung bleiben das Seminar mit Günther Bloch zum Thema Herdenschutz-Hunde, aber auch der Workshop mit der Tierkommunikatorin Paloma Bärtschi-Herrera unter dem Titel „Gespräch mit Tieren“. Unterstützende Weiterausbildung unserer Mitglieder hatte für ihn einen grossen Stellenwert weil er überzeugt war, dass die Haltung von Herdenschutzhunden hohe Anforderungen an deren Halter stellten.

2007 wurde Rico Garbini die Führung des KCS anvertraut, zu einem Zeitpunkt, wo auch die Hundezucht und die Hundehaltung einem starken Wandel unterworfen war. Unser Klub durchlief zu dieser Zeit eine eher schwierigere Phase, da als Folge des Fehlens landesansässiger Züchter das Potential für die Gewinnung von Neumitgliedern beschränkt blieb. Für ihn ein Grund mehr, an der bisherigen Strategie einer möglichst guten Unterstützung interessierter Klubmitglieder festzuhalten.

Mitte 2010 änderte sich das Leben von Rico schlagartig. Ein schlimmer Sturz hatte schwerwiegende Folgen, von denen er sich nicht mehr erholen konnte. Ein Leben im Rollstuhl, der Verlust des Sprachvermögens waren für ihn und seine Angehörigen eine harte tägliche Herausforderung. Liebevoll betreut durch seine Frau Birgit und deren Cousine Kerstin versuchte er sich mutig ins Leben zurück zu kämpfen,  sich auch an kleinen Fortschritten zu erfreuen und die Zuversicht auf eine Genesung nicht zu verlieren.

Am 13. Februar 2017 erreichte mich die Nachricht von seinem Hinschied. Eine lange Zeit des Bangens und Hoffens hat ein Ende gefunden. Mir bleibt, ihm für sein langjähriges  Wirken zugunsten unserer „Grossen Weissen“ herzlich zu danken.

Alfred Peter, ehemals Präsident des KCS

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Rico

Rico mit Merlin